Die Geschichte hinter hazy-labs
Wie eine persönliche Erfahrung zu unserer Mission wurde
Es begann 2011 mit einem Anruf meiner Mutter. Ein Wasserrohrbruch hatte den Keller überflutet – und mit ihm drei Generationen an Familienfotos zerstört.
Was übrig blieb, waren feuchte, zusammengeklebte Bilder, von denen viele nicht mehr zu retten waren. In diesem Moment wurde mir klar, wie zerbrechlich unsere Erinnerungen sind.
Ich bin von Beruf Informationstechnologe und hatte bereits mit der Digitalisierung historischer Dokumente für Archive gearbeitet. Doch erst dieser persönliche Verlust zeigte mir, dass diese Expertise nicht nur Institutionen, sondern auch Familien zugutekommen sollte.
Ein Handwerk, das Präzision erfordert
In den ersten Jahren arbeitete ich allein aus einem kleinen Büro in Kreuzberg. Jedes Projekt war eine Lektion. Ich lernte, dass alte Diapositive anders behandelt werden müssen als Schwarz-Weiß-Fotos aus den 1940er Jahren. Dass VHS-Kassetten, die jahrzehntelang im Keller lagen, zunächst akklimatisiert werden müssen.
Mit der Zeit wuchs das Team. Heute arbeiten bei hazy-labs sechs Fachkräfte – jede mit eigenem Spezialgebiet. Mara kümmert sich um die Fotorestauration. Jonas ist unser Experte für analoge Videoformate. Und Sarah katalogisiert die fertigen Archive so, dass auch Enkelkinder in 50 Jahren noch verstehen, was sie sehen.
Warum wir anders arbeiten
Viele Anbieter schicken Materialien ins Ausland, wo sie maschinell verarbeitet werden. Das mag schneller sein, aber es fehlt die individuelle Betrachtung. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden.
Jedes Foto, das zu uns kommt, wird manuell begutachtet. Wenn ein Bild restauriert werden kann, tun wir das. Wenn ein Video durch Schimmel beschädigt ist, versuchen wir trotzdem, das Maximum herauszuholen.
"Ich hatte eine Kiste mit über 300 Dias meines Vaters – viele davon beschriftet mit Orten und Jahreszahlen. hazy-labs hat nicht nur die Bilder digitalisiert, sondern auch alle Beschriftungen erfasst und eine durchsuchbare Datenbank erstellt. Das war mehr, als ich erwartet hatte."
– Dieter H., Hamburg
Technik im Dienst der Erinnerung
Unser Studio in Berlin-Charlottenburg ist mit professioneller Archivtechnik ausgestattet. Wir nutzen Flachbettscanner mit bis zu 6.400 dpi Auflösung, LED-Beleuchtung für schonende Digitalisierung und klimakontrollierte Arbeitsbereiche.
Doch die beste Technologie nützt nichts ohne das richtige Gespür. Manchmal entscheiden Sekunden darüber, ob ein verblasstes Foto noch lesbar gemacht werden kann oder nicht.
Was uns antreibt
Jedes Projekt erinnert mich daran, warum diese Arbeit wichtig ist. Neulich brachte uns eine ältere Dame einen Koffer mit Briefen ihres verstorbenen Mannes – geschrieben während seines Militärdienstes in den 1950er Jahren. Sie konnte sie nicht mehr selbst lesen, wollte aber, dass ihre Enkel eines Tages Zugang dazu haben.
Wir haben jeden Brief einzeln gescannt und mit optischer Texterkennung bearbeitet. Am Ende übergaben wir ihr eine digitale Sammlung mit über 200 durchsuchbaren Dokumenten. Sie weinte vor Freude.
Solche Momente zeigen mir, dass wir mehr tun als nur scannen. Wir bewahren Lebensgeschichten.